Steuertipp – Steuerfreie Lohnersatzleistungen – Teil 4 (Belegschafts-, Personalrabatte)


Tony Hegewald  / pixelio.de

Bieten Sie Ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Belegschafts- bzw. Personalrabatte an bzw. stellen Sie Ihren Arbeitnehmern kostenlose oder verbilligte Waren bzw. Dienstleistungen zur Verfügung. Der erzielte Preisvorteil durch Personalrabatt ist bis zu einem Freibetrag von 1.080 EUR pro Kalenderjahr steuerfrei. Bemessungsgrundlage für die Sachbezüge bildet der um 4 % geminderte Endpreis (einschließlich der Umsatzsteuer), zu dem der Arbeitgeber die Ware oder Dienstleistung fremden Letztverbrauchern anbietet.

Der Preisvorteil errechnet sich aus der Differenz dieses verminderten Endpreises zum vom Arbeitnehmer tatsächlich entrichteten Preis. Ein positiver „Nebeneffekt“ ist, dass der Kauf von Waren oder die Inanspruchnahme von Dienstleistungen durch Ihre Mitarbeiter auch den Umsatz entsprechend ankurbelt.

Steuertipp – Steueroptimierung im Privatbereich

 

Privatausgaben für haushaltsnahe Dienstleistungen in einem inländischen oder sonstigen EU/EWR-Land gelegenen Haushalt fördert der Staat seit mehreren Jahren mit Steuervergünstigungen in Form einer echten Steuerermäßigung.

Dass sich der Bundesfinanzhof damit beschäftigen muss, ob die Betreuung von Haustieren auch begünstigt ist, zeigt wie komplex und undurchsichtig das Thema ist.

Deshalb fassen wir für Sie die aktuelle Rechtslage übersichtlich zusammen und zeigen Ihnen die Steuersparmöglichkeiten auf.

 

An diese Privatausgaben sollten Sie denken

Als haushaltsnahe Dienstleistungen können Sie Aufwendungen u. a. für folgende private Leistungen im Inland und EU/EWR-Ausland steuerlich geltend machen:

  • Haushaltsnahe Dienstleistungen im engeren Sinne. Dazu gehören u. a. Aufwendungen für Tierbetreuung, Reinigungsarbeiten (z. B. Fensterputzer oder Dachrinnenreinigung), Winterdienst, Aufwendungen für den Gärtner, Tapezierer, Maler (Innenwände), Hausmeisterservice usw.
  • Pflege und Betreuungsleistungen von Angehörigen, auch ohne Nachweis einer Pflegebedürftigkeit oder des Bezugs von Leistungen der Pflegeversicherung. Dienstleistungen zur Grundpflege reichen für die Steuerermäßigung aus (Körperpflege, Ernährung und Mobilität). Beachten Sie hierbei, dass die Steuerermäßigung neben der pflegebedürftigen Person auch anderen Personen zusteht, wenn diese für Pflege- oder Betreuungsleistungen aufkommen. Die Steuerermäßigung ist haushaltsbezogen. Werden z. B. zwei pflegebedürftige Personen in einem Haushalt gepflegt, kann die Steuerermäßigung nur einmal in Anspruch genommen werden.
  • Klavier stimmen
  • Gartenpflegearbeiten (z. B. Rasenmähen, Heckenschneiden)
  • Umzugsdienstleistungen für Privatpersonen – abzüglich Erstattungen Dritter
  • Dienstleistungen wie Straßen- und Gehwegreinigung, Winterdienst, wenn sie auf dem Privatgelände durchgeführt werden. Dies gilt auch dann, wenn eine konkrete Verpflichtung besteht (z. B. zur Reinigung und Schneeräumung von öffentlichen Gehwegen und Bürgersteigen).
  • Tagesmutter
  • Verarbeitung von Verbrauchsgütern im Haushalt
  • Wachdienste
  • Handwerkerleistungen für allgemeine Renovierungs-, Erhaltungs- und Modernisierungsarbeiten

 

Umfang der Steuerermäßigung

Für Handwerkerleistungen ermäßigt sich die tarifliche Einkommensteuer um 20 % der Arbeits-(lohn)kosten ohne Material, höchstens um 1.200 EUR. Geltend machen können Sie bis zu 20 % der in Rechnung gestellten Lohnkosten. D. h. dass nur die Arbeitskosten, nicht aber die Materialkosten berücksichtigungsfähig sind. Insgesamt kann für Lohnaufwendungen bis zu maximal 6.000 EUR im Jahr die Steuerermäßigung in Anspruch genommen werden.

Bei Aufwendungen für Haushaltshilfen müssen Sie unterscheiden: Haben Sie eine Haushaltshilfe in einem geringfügigen Beschäftigungsverhältnis mit einem Arbeitsentgelt von regelmäßig nicht über 400 EUR pro Monat beschäftigt, mindere ich/mindern wir Ihre tarifliche Einkommensteuer um 20 % der Aufwendungen, höchstens um 510 EUR. Handelt es sich um ein sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis, kann ich/können wir Ihre Steuern um 20 % der Aufwendungen, höchstens 4.000 EUR pro Jahr mindern. Zu den begünstigten Aufwendungen gehört jeweils der Bruttoarbeitslohn oder das Arbeitsentgelt (bei Anwendung des Haushaltsscheckverfahrens und geringfügiger Beschäftigung) sowie die vom Steuerpflichtigen getragenen Sozialversicherungsbeiträge. Außerdem die Lohnsteuer ggf. zuzüglich Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer, die Umlagen nach dem Aufwendungsausgleichsgesetz (U 1 und U 2) und die Unfallversicherungsbeiträge, die an den Gemeindeunfallversicherungsverband abzuführen sind.

Die steuerliche Förderung solcher Privatausgaben sollten Sie unbedingt nutzen. Lassen Sie sich durch uns Ihre Steuerersparnis berechnen: Der Abzugsbetrag wird nicht nur bei der Ermittlung des zu versteuernden Einkommens berücksichtigt, sondern kann voll auf die Einkommensteuer angerechnet werden. Im Klartext: Können Sie bei den Handwerkerleistungen den Höchstbetrag geltend machen, zahlen Sie echte 1.200 EUR weniger an Steuern.

 

Formale Voraussetzungen

Zur Erlangung der Steuerermäßigung sind einige wichtige Punkte zu beachten.

  • örtlichen Gegebenheiten (Durchführung des haushaltsnahen Beschäftigungsverhältnisses in einem inländischen oder in einem anderen in der EU/EWR liegenden Haushalt)
  • ausgestellte Rechnung
  • Zahlung auf das Konto des Leistungserbringers (keine Barzahlung)
  • die Rechnungsbelege müssen aufbewahrt und auf Verlangen des Finanzamts vorgelegt werden können.

 

Steuertipp – Steuerfreie Lohnersatzleistungen – Teil 3 (Sachbezüge)


Rainer Sturm / pixelio.de

Arbeitgeber können Ihren Arbeitnehmern zusätzlich zum Arbeitslohn Sachbezüge von insgesamt 44 EUR pro Kalendermonat lohnsteuer- und sozialversicherungsfrei zuwenden. Bei der Berechnung des Sachbezugswerts und der Freigrenze müssen nach der neuesten Finanzgericht-Rechtsprechung bei Sachzuwendungen ggf. Versand- und Verpackungskosten bezogen werden. Unter anderem können Arbeitnehmern aber auch Tankkarten im Wert von 44 EUR ausgehändigt werden oder sonstige wieder aufladbare Guthabenkarten, die jeden Monat vom Betriebsrechner aus mit dem Höchstbetrag von 44 EUR ausgestattet werden können. Der Arbeitnehmer kann dann davon tanken oder sonstige Waren beziehen.

Um Fallstricke bei arbeitsvertraglichen Regelungen und schädlichen Gehaltsumwandlungen zu vermeiden, beraten wir Sie gerne ganz individuell.

Steuertipp – Steuerfreie Lohnersatzleistungen – Teil 2 (Kinderbetreuungskosten)

Helene Souza  / pixelio.de

Eine Alternative zu einer Lohnerhöhung stellen Zuschüsse des Arbeitgebers zu den Kosten der Unterbringung und Betreuung von Kindern der Arbeitnehmer dar. Diese sind lohnsteuerfrei. Wichtig ist u. a., dass die Zuschüsse zum ohnehin geschuldeten Lohn gezahlt werden. Hierzu zählen betriebseigene und außerbetriebliche Kindergärten, Kindertagesstätten und eine Unterbringung bei einer Tagesmutter, sofern diese nicht als Angestellte des Arbeitnehmers anzusehen ist, sondern als Selbstständige tätig wird. Steuerfrei sind nur Unterkunft, Betreuung und Verpflegung der Kinder. Soweit Arbeitgeberleistungen auch den Unterricht des Kindes umfassen, sind sie nicht steuerfrei. Dasselbe gilt für Zuschüsse zur Beförderung des Kindes zwischen Wohnung und Kindergarten. Die Kinderbetreuungskosten können Sie in tatsächlicher Höhe erstatten, Höchstbeträge gibt es nicht.

Zusätzlich kann der Arbeitnehmer Aufwendungen für Dienstleistungen zur Betreuung seines zum Haushalt gehörenden Kindes, welches das 14. Lebensjahr noch nicht vollendet hat (bei körperlicher, geistiger oder seelischer Behinderung gilt das 25. Lebensjahr) bis zur Höhe von zwei Dritteln der Aufwendungen, höchstens 4.000 EUR je Kind, als Sonderausgaben steuermindernd geltend machen.

Steuertipp – Steuerfreie Lohnersatzleistungen – Teil 1 (Serviceleistungen für Familie und Beruf)

In unserer neuen Serie zeigen wir Ihnen, wie Sie mit  „Lohnersatzleistungen“ bares Geld sparen können.

Als Arbeitgeber können Sie ein Dienstleistungsunternehmen beauftragen, welches Ihre Arbeitnehmer in persönlichen und sozialen Angelegenheiten berät oder Betreuungspersonen für Kinder oder pflegebedürftige Angehörige des Arbeitnehmers vermittelt.

  • Diese Leistungen sind in tatsächlicher Höhe lohnsteuerfrei.

Darüber hinaus können Sie die Kosten für eine kurzfristige Notbetreuung von Kindern (unter 14 Jahren bzw. behinderte Kinder) oder pflegebedürftigen Angehörigen Ihrer Arbeitnehmer übernehmen, wenn dies aus zwingenden und beruflich veranlassten Gründen notwendig ist. Die Betreuungsleistungen können im privaten Haushalt des Arbeitnehmers erfolgen.

  • Diese Leistungen sind bis zu maximal 600 EUR im Kalenderjahr lohnsteuerfrei.

Gerne erläutern wir Ihnen diese Steuersparmöglichkeit im Detail.

Newsletter 05/2017

Unser aktueller Newsletter ist Online.

Die Schwerpunkte sind diesmal unter anderem das Dauerthema Arbeitszimmer. Nach der neuen Rechtsprechung des BFH ist der Höchstbetrag von 1.250 € personenbezogen. Nutzen mehrere Personen z. B. beide Ehepartner das Arbeitszimmer jeweils beruflich, kann jeder den Höchstbetrag steuerlich geltend machen.

Darüber hinaus gibt es geänderte Rechtsprechung bei privaten Kfz-Nutzung von Arbeitnehmern. Sind diese aufgrund einer Erkrankung fahruntüchtig, muss die 1%-Regel nicht angesetzt werden.

Newsletter 05/2017

Steuertipp 03/2017 (Unternehmer): Kosten für den privaten Pkw steuerlich berücksichtigen

Sie haben einen Pkw der nicht im Betriebsvermögen ist und nutzen diesen auch betrieblich? Ob dies Ihr einziger Pkw ist oder ein Zweitwagen neben dem Geschäftswagen spielt keine Rolle.

Sie können für jeden betrieblich gefahren km 30 Cent Kosten abziehen. Soweit dies Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte betrifft, können Sie genau wir Arbeitnehmer 30 Cent pro Entfernungs-Km steuerlich geltend machen.

Der Pkw muss nicht unbedingt Ihnen gehören, auch das Auto des Partners, der Kinder oder Verwandten kann darunter fallen.

Ihr Vorteil:

  • Der Anteil der betrieblichen Fahrten kann geschätzt werden
  • Kein lästiges Fahrtenbuch notwendig
  • Die Kosten können zusätzlich zum Geschäftswagen angesetzt werden

Steuertipp 02/2017 (Privatpersonen): Ihre Unterlagen für die nächste Steuererklärung

Schon wieder ist ein Jahr rum und schon wieder heißt es: Belege für die Steuererklärung sammeln. Wir wissen genau wie Sie, es gibt spannenderes im Leben. Deshalb zur Erleichterung folgende Tipps von uns:

  • Legen Sie sich am Jahresanfang einen separaten Steuerordner oder eine Mappe/Sichthülle für alle Belege zur Steuererklärung an
  • Das Finanzamt benötigt nur noch wenige Belege im Original, fertigen Sie also gleich beim Eingang der Unterlagen Kopien für die Steuererklärung an, so können Sie die Originale unverändert nach Ihrem System ablegen
  • Folgende Belege benötigt das Finanzamt in der Regel im Original:
    • Spendenbescheinigung
    • Steuerbescheinigung
    • Belege zu Auslandssachverhalten
    • SchwerbehindertenausweisHier verfahren Sie genau andersrum, die Kopie ist für Ihre Ablage und das Original geht in den Steuerordner

Im Bereich Service finden Sie eine Liste mit Belegen und Unterlagen, die steuerrelevant sein können.

Und geschafft? Dann her damit. Uns können Sie die Unterlagen in Papierform oder gerne auch digital zukommen lassen.

Steuertipp 02/2017 (Unternehmer): Steuerfreie Überlassung von Datenverarbeitungsgeräten

Der Arbeitgeber kann seinen Mitarbeitern etwas Gutes tun und auch den Fiskus hieran beteiligen. Die private Nutzung von Datenverarbeitungsgeräten ist unter bestimmten Voraussetzungen lohnsteuer- und sozialversicherungsfrei.

Geräte:

  • Telefongerät, Telefaxgerät
  • PC, Laptop, Netbook, Ultrabook
  • Tablet, Smartphone
  • Navigationsgeräte, Autotelefone, Freisprechanlage, Headset
  • Zubehör (Drucker, Festplatten, Monitore etc.)

Voraussetzung:

  • Die Geräte werden auch im Betrieb eingesetzt
  • Die Geräte werden dem Mitarbeiter „nur“ überlassen und nicht geschenkt

Interessant? Sprechen Sie uns an, wir beraten Sie gerne.

Steuertipp 11/2016 (Privatperson): Kinderbetreuungskosten

Ob Kindergrippe, Kindergarten oder Tagesmutter. Sie können die Aufwendungen für die Kinderbetreuung steuerlich geltend machen

Voraussetzungen:

  • Das Kind gehört zu Ihrem Haushalt
  • Das Kind ist nicht älter als 13 Jahre oder wegen einer vor Vollendung des 25. Lebensjahrs eingetretenen körperlichen, geistigen oder seelischen Behinderung außerstande, sich selbst zu unterhalten
  • Vorlage der dazugehörigen Rechnung
  • die Zahlung erfolgt auf das Konto des Erbringers der Leistung

Umfang der Abziehbarkeit:

  • 2/3 der Aufwendungen, höchstens 4.000 Euro pro Kind

Reichen Sie uns mit Ihrer Steuererklärung die Rechnung und den Zahlungsnachweis ein, wir berücksichtigen für Sie die Kinderbetreuungskosten in Ihrer Steuererklärung.